Powerman Zofingen – Anja wird Weltmeisterin

Selfie mir Weltmeisterin

Der Powerman Zofingen, für mich das „Hawaii des Duathlons„. Ein Rennen, welches ich schon seit über 20 Jahren machen wollte (Anja auch, zwar noch nicht seit 20 Jahren, aber ein Rennen von ihrer Liste). Hier waren Alle Legenden des Sports am Start. Eigentlich ein Muss für jeden Multisportler.

In diesem Jahr sollte nun dieser Traum für uns in Erfüllung gehen. Und das bei ganz untypischem Wetter. „Normaler Weise“ findet der Duathlon in Zofingen bei so um die 10 Grad auf feuchten Strassen und Wegen statt. Nun, 2014 sollten es über 25 Grad und strahlender Sonnenschein sein.

Nach dem Wetter-Disaster von Falkenstein aus dem Frühjahr hatten wir uns das aber auch irgendwie „verdient“ und Anja war ja durch Roth eh schon Hitze erprobt.

Es ging also zusammen mit Sahra und Markus und dem Wohnmobil ab in die Schweiz.

Trippel 1 - ein gutes Ohmen

Trippel 1 – ein gutes Ohmen

Das Rennen in Zofingen ist eine der besten Veranstaltungen, an denen ich bisher teilgenommen habe. Die Strecken sind hart, fair und wunderschön. Waren bisher die Radstrecken des Ironman Nizza und die des 70.3 Wiesbaden meine unangefochtenen Favoriten, so wurden sie so eben von der Radrunde im Aargau abgelöst. Diese Strecke hat wirklich Alles „was das Herz begehrt“. Aber bevor ich jetzt 600 Zeilen über diese tolle Strecke schreibe mal auf zum Rennbericht, oder was ?!

Immer wenn Anja eine fantastische Leistung abliefert und Landesverbands, deutsche oder gar Weltmeisterin wird, geht Stephan’s Rennen immer etwas unter, ganz zu schweigen von den Rennen der Mitreisenden. Also setzten wir hier die Tradition fort und beginnen mit Stephan’s Rennen :)

Die Damen starteten 1 Stunde vor den Männern. „Hallo WTC/ IRONMAN, LADIES FIRST! So muss das sein!“ und an Stelle von „Hells Bells“ gibt es Helene Fischer’s „Atemlos“ am Start, Duathlon halt – die Höllenglocken leuten dann IM Rennen !

Markus und ich konnten also unsere Frauen in aller „Ruhe“ auf die Strecke schicken.
Die ersten 10 km waren in 2 Runden aufgeteilt, die direkt mit einer sehr steilen Steigung beginnen. Man(n), Frau musste also schon mal „warm“ sein.
Anja und Sahra waren nach der ersten Runde gut dabei und so konnten die beiden Herren mit ihren Startvorbereitungen beginnen.

Unsere Frauen waren beide so schnell, das wir auch noch ihren ersten Wechsel sehen konnten. Anja wechselte zeitgleich mit der Führenden Spanierin ihrer AK auf’s Rad. Dazu muss man sagen, das Anja im Vorfeld doch sehr starke Probleme mit ihrem „Fahrwerk“ hatte und es nicht unbedingt klar war, wie sie die steilen Bergabpassagen beim laufen verkraften würde.

 

Dank Markus‘ „Handauflegen“ die Tage zuvor waren wir aber guter Dinge. Sahra hatte kurz vor dem Wechsel – wie übrigens während des gesammten Tages – ein Lächeln auf den Lippen.

Die heilenden Hände

Die heilenden Hände

Dann gingen die Jungs an den Start. Mein Ziel war eine Platzierung unter den Top 5, wenn Alles perfekt laufen sollte, sollte ein Platz auf dem Podium erreichbar sein.

Auch hier ging es auf den ersten 10 km zweimal den steilen Berg hoch und wieder runter. Ein Blick auf die Uhr zeigte: 36:22 min.: 6. Platz. Alles nach Plan.

Nach sehr schnellem Wechsel ging es auf die, wie schon erwähnt, wunderschöne Radstrecke. Hier konnte ich sehr schnell die Lücke zu den vor mir liegenden Athleten meiner Altersklasse schließen und war bereits zur Hälfte des Rennens an der Spitze.

Ganz Vorne auf dem Rad

Ganz Vorne auf dem Rad

Kurz vor der Mitte des Rennens konnte ich Sahra noch ein, sehr kurzes, Stück den Berg hoch schieben.
Nach einem wirklich sehr dummen Sturz am Bodenberg (ich hatte an meinem Garmin gespielt und bin in einen Zaun gefahren – alles langsam und von darher überhaupt nicht schlimm, aber eben dumm), rollte mich eine Gruppe auf. Diese wurde aber schon nach kurzer Zeit sehr schnell und nachhaltig von den Schiedsrichtern auseinander genommen und es konnte regelkonform weiter gehen. Sehr gute Arbeit! Das pacing klappte dank der neuen Infocranks nun auch im Wettkampf perfekt.

Leider wurde so auch 2 meiner Konkurrenten mit nach Vorne gespühlt, so das ich zeitgleich mit Platz 2 und 3 auf die abschließenden 30 Laufkilometer ging. Die spannende Frage war nun: „Wer von euch Freunden kann nun noch vernünftig Laufen?

Normaler Weise gehe ich in einer solchen Situation die ersten zwei, drei Kilometer „überambitioniert“ schnell an, um gleich eine Lücke zu reißen und etwas Abstand zwischen mich und die Konkurrenz zu legen.

Das wurde dann auch dieses mal so praktiziert, mit dem Unterschied, das ich derjenige war, zu dem die Lücke aufgemacht wurde.

Auf den ersten 10 km der noch anspruchsvolleren Laufschtrecke hielt sich der Abstand noch in Grenzen und ich konnte mich bis Kilometer 22 noch auf Platz 3 halten bevor die Beine dann endgültig zu Matsch wurden :(

An dieser Stelle ist dann wohl ein Sprung zum Damenrennen angebracht. Anja hatte direkt nach dem ersten Wechsel die Spitze übernommen und ist die gesamten 150km komplett alleine gefahren. Von daher recht unspäktakulär, aber fair. Die Idee, die Damen 1h vor den Herren starten zu lassen, ist echt gut.

Bereits deutlich in Führung liegend wechselte Anja dann auf die 2. Laufstrecke. „Würde das Fahrwerk halten ?“ Als ich meine Frau dann kurz vor dem ersten Wendepunkt sah war ich sehr erleichtert.

Anja in Laufform

Anja in Laufform

Anja sah sehr gut aus, wenn sie so weiter laufen kann sollte alles passen.

Dank der sternförmigen Anordnung der Strecke auf dem „Hoch Plateau“ konnten wir uns Alle immer oft sehen. Sahra, die noch nie 150km auf dem Rad gesessen hatte, war weiterhin am Lächeln, wenn dieses auch zunehmend „verkniffener“ wirkte.

Markus war ebenfalls gut unterwegs. Es war schon echt schön, das man sich immer wieder mal abklatschen konnte.
Und „Ja, es sind viele, sehr viele gegangen!“ Die Strecke hatte es echt in sich. Die Schmerzen waren zum Teil so stark, das ich an den sehr steilen Passagen bergab gegangen bin.

Interesanter Weise konnte ich die letzen 7km wieder einigermaßen gut laufen und konnte so meinen 5. Platz in Ziel bringen. Mit dem 5. Platz war ich genau in meiner Zielvorgabe und kann somit echt zufrieden sein. Natürlich wäre ich gerne aufs Podium gekommen, aber es waren schließlich die Weltmeisterschaften und kein Wunschkonzert.

Viel wichtiger aber: Anja wurde überlegen Weltmeisterin auf der Duathlon Langdistanz!

Die Weltmeisterin

Die Weltmeisterin

Was für ein Abschluß einer großartigen Sasion !

Markus konnte seine Zeit aus dem Voejahr verbessern und Sahra war überglüclick über ihr Finish, großartig!

Es war ein wirklich sehr, sehr schöner und erfolgreicher Ausflug in die Schweiz.

Danke an alle Beteiligten, ohne euch wäre das Alles so nicht möglich gewesen!

Als wirklich letztes Event des Jahres steht nun noch der Berlin Marathon auf dem Programm, aber zur Zeit fühlt sich hier nix nach „Laufen“ an :)

RECOVER ON!

Stephan

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3 Responses to “Powerman Zofingen – Anja wird Weltmeisterin”

  1. 9/12/2014 at 11:44 am #

    Herzlichen Glückwunsch! Was für ein top Ergebnis und so großartig erkämpft. Besser geht ja in diesem Fall wieder nicht.

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    […] Unsicher wie die “Weltmeisterin” den sehr anspruchsvollen Kurs von Zofingen muskulär “verdaut” haben würde und […]

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