Adidas miCoach SMART RUN longterm review

Adidas miCoach SMART RUN

Schon seit einiger Zeit teste ich die Adidas miCoach SMART RUN.
Nun, nach circa einem halben Jahr habe ich die Zeit und genügend Erfahrung (und Firmwareupdates) gesammelt um ein erstes Fazit ziehen zu können.

Die Adidas miCoach SMART RUN ist im Grunde die logische Weiterentwicklung des miCoach-Konzepts, bei dem man sich online einen Trainingsplan erstellen lassen kann. Dieser Plan wird dann auf die Uhr oder den miCoach Pacer heruntergeladen.

Bei jeder Einheit wird dem Läufer per Kopfhörer gesagt, ob er schneller oder langsamer Laufen soll oder das Tempo halten muss. Zuvor muss natürlich ein Test absolviert werden, um die Tempo / Herzfrequenzzonen zu ermitteln.

Hier soll es aber nicht in erste Line um das Konzept Adidas miCoach gehen, sondern um die Adidas miCoach SMART RUN Uhr.

Nur soviel zum miCoach Online Coaching:

Ich denke, das es für Einsteiger ein guter Ansatz ist, der aber spätesten nach dem ersten erfolgreichen Halbmarathon seine Daseinsberechtigung verloren hat. Allein mit den miCoach Pacer (einer Ergänzung zum Foot-Pod, der die Audio ansagen erzeugt und die Daten speichert), macht das keinen Spass.

Daher nun der Schritt zur Adidas miCoach SMART RUN, die den Läufer wohl auch über die Anfangsphase hinaus “bei der Stange” halten soll.

Erster Eindruck

Der erste Eindruck der Uhr: “schick“, die Adidas miCoach SMART RUN kommt “relativ” schlank und mit 80,5 Gramm recht leicht daher (Im vergleich zu meiner Garmin XT310). Am Besten gefällt mir, auch nach mehreren Monaten immer noch das Band de Uhr. Schön breit und flexibel. Es “saugt” sich quasi an das Handgelenk. Muss es wohl auch, den die Herzfrequenzmessung erfolgt nicht wie üblich über einen Brustgurt sondern über einen Sensor in der Uhr direkt. Für Alle, die einen Brustgurt als störend empfinden – und das sind einige, wenn nicht gar die Mehrzahl der Läufer, eine echte Erleichterung.

Das Farbdisplay ist relativ klein und übernimmt den Großteil der Bedienung der Uhr.

Geladen wird die SMART RUN mittels USB an einem proprietären Adapter.

Features

Es folgt eine kurze Liste der Haupt-Features

– GPS
– Bluetooth
– WLAN
– Herzfrequenzmessung am Handgelenk
– Farbdisplay
– Music-Player

In der Praxis

Jetzt geht’s los, wie ist es den nun mit der Adidas miCoach SMART RUN zu laufen ?
Ich war sehr gespannt. Natürlich hatte ich die Uhr vorher mit Musik aufgeladen und auch das  Bluetooth-Headset war mit am Start – wenn schon, denn schon.

Vor dem Loslaufen wurde die SMART RUN noch aufgeladen und via WLAN mit micoach.adidas.com verbunden (Anleitungen per Video gibt es  hier https://micoach.adidas.com/SmartRun/GetStarted ) und die Felder der Anzeige auf der Website konfiguriert.

Nach dem Sync wurden diese Einstellungen problemlos übernommen. Mutet mir etwas umständlich an, aber da man ja die Plattform sowieso benutzen soll, ist der Weg jetzt auch nicht sooo weit. Eine Einstellmöglichkeit direkt am Device wäre allerdings wünschenswert.

Datenfeldkonfiguration

Datenfeldkonfiguration

Da ich keinen miCoach Plan nutze, ging es also mit dem “Freien Training” los. Bevor man aber loslaufen kann muss die SMART RUN natürlich erst Ihre GPS-Satelliten und den Herzfrequenzsensor finden.

Man das dauert … :/ ” Sowohl beim GPS, als auch beim Herzfrequenzsensor dauerte der “Erste Kontakt” mehr als eine Minute. Ich war der Hoffnung, das es nur beim Ersten Mal so sein würde. Doch auch nach mehreren Versuchen immer das gleiche Bild.
Nach dem letzten Firmwareupdate wurde dieses Verhalten allerdings deutlich besser, aber kann nicht mit den reinen GPS-Devices mithalten.

Nachdem aber Alles gefunden wurde (das Koppeln des Bluetooth Headsets klappte problemlos) ging es endlich los.

Okay, Pace und Strecke werden korrekt angezeigt, wenn ich auch den Eindruck habe das die Momentan-Geschwindigkeit immer etwas hinterher hängt. Das ist zwar auch beim Garmin der Fall, aber die “Updatefrequenz” scheint mit bei der SMART RUN doch wesentlich geringer zu sein (dieser Eindruck verstärkt sich übrigens nach dem letzten Firmwareupdate – ich nehme an, das hierdurch versucht wurde die Akkulaufzeit zu erhören).

Sehr “befreiend” ist aber das Gefühl der Herzfrequenzmessung ohne Brustgurt. Zwar nutze ich seit einiger Zeit die Herzfrequenzanzeige beim Training gar nicht mehr (nur noch Watt und Pace), aber wenn man es quasi “für Umsonst” mit bekommt, kann man es auch gleich aufzeichnen. Für die Auswertung ist es dann nämlich doch wieder interessant :)

Pulsmessung am Handgelenk

Pulsmessung am Handgelenk

Genauso “befreiend” ist das Laufen mit dem Bluetooth-Headset. man muss nun kein extra Musikabspielgerät mehr mitnehmen. Die Lautstärke war mir allerdings ewtas zu “schwach“, das kann am Bluetooth-Headset liegen, wurde aber nach dem Firmwareupdate (Hier ist ein Muster zu erkennen :) ) besser.

Ein typischer Lauf über 15 km und wir waren wieder zuhause angekommen. Der Akku war fast leer ! Es hat gerade noch für den automatischen WLAN-Sync gereicht :/

Wie soll man dan damit einem Marathon laufen ?” – Es gibt zwar einen Marathon-Modus, der die Laufzeit verlängern soll, aber den hatte ich ja an !
Okay, GPS, Herzfrequenzmessung, Farbdisplay und Musik via Bluetooth alles auf Einmal mag ganz schön viel sein, aber: “Warum wird es denn dann angeboten ?”

Na gut, also auf zur Auswertung auf micoach.adidas.com: Standard Auswertung und Darstellung der erhobenen Daten mit Communityintegration. Aber wie bekomme ich jetzt meine Daten hier raus, will ich diese doch auf Strava bzw. Trainingpeaks  hochladen. Kein Export, nix “gefangen im miCoach Universum” :/.

Auswertung eines Laufs

Auswertung eines Laufs

Das hier ist der longterm review der SMART RUN, also springen wir ein paar Monate – und ein paar Firmwareupdates – in die Gegenwart:

Man muss sagen, das die meisten Kinderkrankheiten der SMART RUN mit jedem Update besser wurden. Die Updates  kamen oft und ließen sich einfach über WLAN installieren. Ich denke das das auch in Zukunft so weitergehen wird.

Firmwareupdate

Firmwareupdate

Wie schon erwähnt wurden die meisten Kinderkrankheiten ausgemerzt.

– Der Akku hält länger
– Die Musik kann lauter gemacht werden
– Es gibt mittlerweile einen Export für GPX Dateien und sogar einen automatischen Strava-Sync

Strava Sync

Strava Sync

Longterm Fazit

Ich habe die  Adidas miCoach SMART RUN in diesem Jahr auch bei diversen Wettkämpfen genutzt um nun Aussagen treffen zu können.

 

SMART RUN bei den deutschen Meisterschaften

SMART RUN bei den deutschen Meisterschaften

 

Aaaaalso:

Was möchte Adidas miCoach SMART RUN sein ?

– Eine SMART-Watch, die man auch im Alltag tragen kann und die eine Integration mit dem miCoach Universum ?
– Eine Alternative zu den Garmins und Polars dieser Welt ?

Sei es wie es sei, in der Praxis haben mich überzeugt:

– Der “Tragekomfort” der Uhr (würde ich mir auch beim Garmin wünschen).
– Herzfrequenzmessung am Handgelenk – auch wenn es zu Lasten der Akkulaufzeit zu gehen scheint.
– WLAN Updates / Synchronisation
– Der neue Strava-Sync

Ich habe die Uhr genre bei Wettkämpfen um, in der Regel mache ich Rennen immer ohne Uhr / GPS weil es dort in der Regel immer nur “eine Geschwindigkeit” gibt: “Vollgas!“, aber so kann ich gleich Streck und Plus auszeichnen – Raufgucken muss man ja nicht :)

 

Was mit nicht gefallen hat:

– Die Akkulaufzeit ist noch immer sub-optimal
– Die Bedienung mittels “Touch” auf dem Display ist mit nassen Fingern so gut wie unmöglich – war beim Garmin 405 auch schon so, es geht doch nix über Knöpfe !

Schlussendlich der Preis: mit 399 Euro liegt dieser sogar über dem der Garmin 910XT – die ja in diesem Bereich so Etwas wie der Benchmark ist. Und auch über dem Preis der Tom Tom Runner Cardio, mit der ich die Adidas miCoach SMART RUN wohl noch am ehesten vergleichen möchte. Gut, man bekommt mit der SMART RUN die Integration der Trainingspläne. Das ist zwar nicht zu unterschätzen, aber ob dies den Preis rechtfertigt ? Für die Hälfte des Preises, sähe das schon ganz Anders aus.

Auf Grund der Tatsache, das Adidas in der Lage ist  sowohl die Plattform als auch die Uhr up to date zu halten, kann man gespannt sein, in welchem Maße es neue Features in der Zukunft auf die Uhr schaffen werden.

Ich werde die Uhr in Zukunft weiter testen und immer mal wieder über Updates informieren.

Mein Plan ist es den Berlinmarathon mit der SMART RUN zu laufen. Ich bin gespannt – eine Akkuladung muss reichen :)

 

RUNON!

Stephan

 

 

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One Response to “Adidas miCoach SMART RUN longterm review”

  1. 8/13/2014 at 6:41 pm #

    Das schlichte Design war eigentlich das, natürlich neben allen Möglichkeiten, was mich am Anfang des Jahres, als ich das erste Mal die Smart Run in der Hand hatte, angesprochen hat. Ich bin auch wirklich ein großer Freund von Touch Displays. Dass man Musik damit abspielen kann, ist mir ja neu. Interessant!

    HF am Handgelenk ist schon wirklich großartig. Lieben Dank für die Verlinkung. Ich möchte gar nichts anderes mehr nutzen.

    Dann hoffe ich mal, dass die Smart Run deinen Marathon durchhält. Ich würde ja sagen, musst du etwas schneller laufen als Motivation… aber du bist ja schon sehr sehr zügig unterwegs. Grundsätzlich sollte sie schon zwei, drei längere Trainings durchhalten. Die ganze Akku-Aufladerei kann schon ein leidiges Thema sein.

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