„You are an Ironman Champion“ – Anja siegt in Hamburg

ohne Worte

„Anja, you are an Ironman!“.
Diesen Satz hat Anja nun schon zum 12. Mal gehört. Ein Dutzend Triathlons über die Langdistanz hat sie nun ins Ziel gebracht. Wenn man das liest, könnte man denken das es nichts besonderes ist einen Ironman zu machen. Dem ist nicht so.
Hinter einem erfolgreichen Finish steht eine Phase von langer, kontinuierlicher Vorbereitung. Ja, vieles ist „gelernt„, der Körper über die Jahre an die Anforderungen adaptiert und die meisten Abläufe sind automatisiert, aber jede Vorbereitung bringt eigene Herausforderungen mit sich.
Auch in diesem Fall waren es wieder viele Unwägbarkeiten. Nicht zuletzt die Tatsache, das Anja im April letzten Jahres unser zweites Kind zur Welt gebracht hat.
Anja wollte sich selber nochmals zeigen, das es möglich ist auch nach der zweiten Geburt wieder „in Form“ zu kommen. Ihre Kontinuität, die „Lebenskilometer“ und der Support ihres Umfelds tragen eine Menge zum Erfolg bei, aber schlußendlich muss Anja es dann immer noch selber „tun„. Es gab in diesem Jahr noch weitere traurige Ereignisse, die eine Vorbereitung auf einen Ironman in den Hintergrund haben treten lassen. Dazu kam noch eine längerfristige Verletzung.

Auch mit sehr guten Vorergebnissen in diesem Jahr gibt es eine gewisse Unsicherheit kurz vor dem Start des Ironman Hamburg, der in diesem Jahr auf Grund der Blaualgenkonzentration in der Alster zu einem Duathlon wurde. Anstatt der 3,8km Schwimmen wurden nun 6km gelaufen. Ein Duathlon kommt Anja entgegen, verliert sie doch zu Fuß in der Regel nicht so viel Zeit auf die Konkurrenz wie im Wasser.

Gemeinsam mit Martin ging es für Anja also auf den ersten Lauf. Für Martin war es sein erster Ironman. Schade für ihn das es ausgerechnet an dem Tag ein Duathlon werden sollte.

 

Gemeinsamer Auftaktlauf

Gemeinsamer Auftaktlauf


 

Anja legte in der ersten Wechselzone eine geplanten Toilettenstop ein und ging so als 4. auf die flache Radstrecke am Elbdeich. Schon bald schloß sie zu Martin auf, früher als erwartet, und so konnte dieser live miterleben wie das so ist 180km gleichmäßig abzuspulen.
Stück für Stück arbeitete sich Anja nun an nach vorne. Durch den Rolling Start gab es die Zwischenzeiten immer nur zeitverzögert, was das „Schritthalten“ auf der Radstrecke für die Supporter etwas erschwerte.

Starker Radpart

Starker Radpart

An Position zwei liegend ging es für Anja auf den abschließenden Marathon. Fünf Minuten Rückstand zur zweiten ihrer AK zu diesem Zeitpunkt.
Der Tag war noch lang und gerade im Ironman kann noch viel passieren. Und so kam es das Anja auch hier ab km 12 Stück für Stück Zeit auf die führende Frau in ihrer Altersklasse gutmachte.

Der Tag war hart, die Hitze machte es nicht leichter und die Support-Crew hatte alle Hände voll zu tun. Michael Richter, Martin und Anja waren die Hauptpersonen. Dazu noch unzählige andere Sportler die man dann „durch Zufall“ im Rennen „anbrüllt„. Man hat dann so „seinen Rhythmus„. Erst Micha … dann Anja … dann Martin .. warten .. weiter gehts! Micha lief stark! Martin machte bei seiner ersten Langdistanz und seinem ersten Marathon(!) ALLES richtig. Und Anja holte auf.

Solider Marathon

Solider Marathon

Obgleich sie auf dem Weg nach vorne war wurde es für Anja mental schwer. Also musste Stephan sich mehr an der Strecke bewegen um seine Frau an mehr Stellen zu „erwischen„. Kurz vor der 25 km Marke kam die Nachricht das ihre in Führung liegende Konkurrentin nun wohl ausgestiegen sei. Hatte sie „überpaced„?
Mit dieser Information – die etwas zeitverzögert an Anja weitergegeben wurde (sicher war das bis zum Zieleinlauf nämlich nicht) und dann mit 16 min. Vorsprung auf die nächste Mitstreiterin ging es auf die letzten 10 Kilometer. Das musste reichen.

 

Beim Ironman ist aber bis zum Schluß Vorsicht geboten – es kann noch viel passieren und 10km können sehr, sehr lang werden. Aber Anja lief stabil und wie ein Uhrwerk bis auf den Rathausmarkt und als Siegerin ihrer Altersklasse ins Ziel ihrer 13. Langdistanz.
Ironman Champion und nach 2014 erneute Deutsche Meisterin über die Langdistanz.

Es wurde ein sehr emotionaler Zieleinlauf. „Anja, das hast du dir verdient!

Martin kam nur kurze Zeit später ins Ziel – der wahre Held des Tages! Gut gemacht Martin! Und auch Micha hatte ein großartiges Rennen! Ein toller Tag für alle Beteiligten!

Danke an die Supporter an der Strecke: Steffen, Tölle, Livi, Steffi, Paulina, Denise und Dennis. Und allen die aus der Ferne mitgefiebert haben!

… Wie es nun weiter geht ?

Wir haben jetzt hier zu Hause so eine Münze mit einer Pazifikinsel auf der Rückseite und ein sehr teures Trucker-Cap. Ob dies aber „Anwendung“ findet bleibt abzuwarten.
Erst einmal gibt es für Anja etwas Ruhe und dann zur Abswechslung noch einen Duathlon in der Schweiz ;)

.. Warum eigentlich Schwimmen gehen ? :)

Recover on!

Anja & Stephan

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