Vizeweltmeister

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„Du bist immer nur so gut wie dein letztes Rennen“ – heißt es.
Wenn es danach geht sollte ich lieber keine Wettkämpfe mehr bestreiten. Das Ergebnis und der Rennverlauf vom Powerman Zofngen und der in diesem Rahmen ausgetragenen Weltmeisterschaft über die Duathlonlangdisdanz war mit Sicherheit eine meiner besten Leistungen.

Aber der Reihe nach:

Zu Beginn diesen Jahres standen sportlich einige Dinge fest. Fest im Sinne von „so gut man das eben planen kann“.
Anja wollte nach der Geburt unseres zweiten Kindes noch ein mal sehen ob es ihr möglich ist einen guten Ironman zu absolvieren.
Für mich gab es „nur“ das Ziel beim Powerman Zofingen bei der Weltmeisterschaft aufs Podium zu kommen.
Ziele haben und daraufhin arbeiten ist das was mich motiviert. An dem Tag an dem es zählt bereit sein und es abrufen zu können, das ist es!

Normalerweise bin ich vor dem Start entspannt. Aber an diesem Sonntag und in den Tagen zuvor gelang das selbst mir nur schwer.
Die Logistik die bei uns ein solches Event mit sich bringt wenn beide starten möchten ist schon enorm und verlangt einem gefühlt wesentlich mehr ab als das Rennen.

Anja hatte sich vor 4 Wochen in Hamburg mit einem fantastischen Rennen für Hawaii qualifizert und war somit noch nicht 100% bereit für die WM. Dennoch sollte sie in der Lange sein mit einer soliden Leistung auch eine gute Platzierung zu erreichen und einen guten Trainingsreiz für Kona zu setzen.

Anja ging eine Stunde vor mir ins Rennen. Eine super Sache beim Powerman Zofingen – so gibt es ein faires Damenrennen. Und ich habe die Aufgabe meine Frau einzuholen :) 2014 hat das knapp nicht geklappt.

Anja lag nach dem ersten Wechsel auf Platz 3 ihrer AK und nahm so die neue Radstrecke durch das Aargau in Angriff. Schon hier hat sie mir zu verstehen gegeben, dass es ein „Arbeitstag“ für sie werden würde.
Die neue Strecke ist etwas kürzer als der alte Powermankurs, hat aber gleich viele Höhenmeter. Ich persönlich fand sie schwerer, weil unrhytmischer, was mir allerdings zu Gute kommen sollte.

Foto: Harry Ingold

Foto: Harry Ingold

Ich wollte aus dem Rennen von vor vier Jahren lernen und den ersten Lauf bewusst locker angehen. Dabei half mir, das mein Freund Christian mit am Start war und wir praktisch, wie beim Berlinmarathon vor einem Jahr, im Gleichschritt die ersten anspruchsvollen 10 Kilometer in etwas über 39 Minuten absolvieren konnten. Mein Plan war nun sich mit 250 – 255 Watt nach vorne zu arbeiten. Am Ende waren es 251 Watt – perfekt gelaufen kann man sagen. Von Platz 7 konnte ich mich also auf Platz 3 vorfahren. Eine Gute Ausgangsposition für die letzten 30 km.

Anja lag zu diesem Zeitpunkt bereits an Platz 2.

Schon nach den ersten Schritten merkte ich das es ein guter Lauf werden würde. Mit sechs Minuten Rückstand auf Platz 1 und einer Minute auf Platz 2. war noch alles drin. Dieses Rennen wird beim zweiten Lauf entschieden.

Why run if you can fly ?

Why run if you can fly ?

Ich weiß nicht ob es an der neuen und sehr kurzweiligen Laufstrecke – die man sich immer sehr gut in 2 bis 3 Abschnitte einteilen konnte – oder an der guten Form oder am Pacing lag, aber die 30 km kamen mir nicht vor wie 30km. Ich hatte genug mit „Rennen machen“ zu tun. Jede Runde konnte ich zweimal meine Jungs und die Schwiegereltern „abklatschen“ und mich auf Platz zwei vorarbeiten. Anja hatte ich dann auch im Blick und konnte sie bei km 12 überholen. Bei ihr lief es nicht ganz so „rund und flüssig“, aber sie arbeitete sich kontinuierlich und Stück für Stück durch den zweiten Lauf.

Auf der Abfahrt

Auf der Abfahrt

An der letzten Wende, nach der es quasi nur noch steil bergab ging, hatte ich 6 min Vorsprung auf Platz drei. „Sechs Minuten auf 3 km? Das muss reichen!“ Der Abstand zum Führenden hatte sich während des gesamten Laufs allerdings nicht verändert.

Im Ziel !

Im Ziel !

Und so konnte ich am Ende überglücklich als Vizeweltmeister meiner Altersklasse ins Ziel laufen.

Ich muss zugeben, dass dann schon eine enorme Last von mir abgefallen ist. Emotional komplett aufgelöst und unterzuckert habe ich Anjas Zieleinlauf nicht mitbekommen. Auch Anja wurde, nach dem sie 2014 in Zofingen ihre AK gewann, Vizeweltmeisterin.

Was für ein Ergebnis und was für ein Tag! Alles ist so verlaufen wie ich es mir vorgestellt hatte.

 

 

Man kann sich vieles wünschen und einiges planen aber wenn es dann alles zusammen kommt ist es einfach ein ganz, ganz tolles Gefühl. Leider erging es Christian nicht ganz so gut, brach doch seine Verletzung auf dem Rad wieder auf und verhinderte ein besseres Rennen :/

Vizeweltmeister

Vizeweltmeister

Wie immer Danke an ALLE die uns unterstützen. Ganz Vorne meine Schwiegereltern! Danke Micha für die Scheibe und ein extra Dank an Andi der als Support an der Strecke Weltklasse war – solche Leute braucht man!

Jetzt freue ich mich auf den Urlaub auf Big Island.

Run and Ride on!

Stephan

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